SolVer – Forschen für Stromspeicher der Zukunft

Die Hochschule Darmstadt (h_da) bringt ihre Forschungskompetenzen in das Pilotprojekt „Speicheroptimierung in lokalen Verteilnetzen“ (SolVer) des Darmstädter Energieversorgers HSE und des Batterieherstellers ads-tec ein. Die Partner wollen bis Juni 2015 erstmals erforschen, wie Batteriespeicher über eine Cloud- Handelsplattform für Speicherdienstleistungen  in das Energieversorgungsnetz integriert werden könnten. In Zukunft könnten mit einem solchen System verschiedene Teilnehmer am Strommarkt auf die Batteriespeicher zugreifen, um einzelne Energiekapazitäten bedarfsabhängig zu beziehen.

Innerhalb des Projekts werden zu den bereits bestehenden Speichersystemen aus dem EU-Forschungsprojekt „Web2Energy“ weitere Speicher installiert und in das virtuelle Kraftwerk der HSE eingebunden.

Die Handelsplattform soll helfen, die Netzstabilität weiterhin auch angesichts wachsender Anforderungen zu gewährleisten. Die erhöhten Anforderungen an die Stromnetze gehen auf den Ausbau der regenerativen Energien zurück. Strom aus Windkraft und Fotovoltaik unterliegt starken natürlichen Schwankungen. Diese müssen in den Netzen ausgeglichen werden können.

Bei SolVer ist die h_da mit der Entwicklung neuartiger Speicherdienste unter der Projektleitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus-Martin Graf vertreten. Weiterhin geht es um die Integration von Energienetzanwendungen in ein IP-Kommunikationsnetz unter Verantwortung von Prof. Dr.-Ing. Johannes Gerdes. Beide Professoren kommen aus dem Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT), der mit der HSE seit Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung pflegt. So forscht auch SolVer-Mitinitiator und EIT-Professor Dr. Dieter Metz seit 2008 im Rahmen einer Smart Grids-Arbeitsgruppe mit dem Darmstädter Energieversorger zu intelligenten Stromnetzen. Zu dieser Arbeitsgruppe gehören jetzt auch die die h_da-Professoren Graf und Gerdes.  Bisher wurde beispielsweise in Kooperation mit der HSE-Tochtergesellschaft VNB ein Echtzeit-Trainingssystem entwickelt, das Beschäftigte in Netzleitstellen auf die Herausforderungen künftiger Stromnetze vorbereitet.

Durch die Verwendung der Kommunikationstechnik im Energienetz sind neue Entwicklungen speziell im Bereich der Datenkommunikation mit unterschiedlichen Übertragungsformaten und Netztopologien erforderlich. Dazu sollen insbesondere auch Studierende aus dem Bereich der Kommunikationstechnik/Nachrichtentechnik im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten beitragen.

Das Land Hessen fördert SolVer im Rahmen der Energietechnologieoffensive mit 420.000 Euro. „Die Erfahrung zeigt bereits jetzt, dass wir intelligente Netze mit speziellen Steuerungsmechanismen benötigen“, sagte die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich bei einem Informationsbesuch bei der HSE Anfang Juni. Das Pilotprojekt SolVer bietet mit der Handelsplattform für Speicherdienstleistungen ein gutes Beispiel, wie in Zukunft ein solches intelligentes Stromnetz aussehen kann.“

Mit einer ökonomisch sinnvollen Speichertechnologie und einem optimierten Erzeugungs-, Speicher- und Lastmanagement in Form einer Handelsplattform stehe dem wachsenden Anteil von regenerativen Energien an der Stromproduktion nichts mehr im Wege, sagte Projektleiter Bernhard Fenn von der HSE anlässlich der Projektvorstellung im Juni. Um zu prüfen, dass die Kommunikation zwischen den beteiligten Komponenten unabhängig vom jeweiligen Speichersystem funktioniert, wird das Projektteam unterschiedliche Batteriespeicher in ihre Forschung einbinden.