Wissenschaftsministerin besucht Mediencampus: Präsident wirbt für Förderung

Als einen zukunftsträchtigen Standort, der sich fortentwickeln lasse und der viel Potenzial habe, lobte Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) den Mediencampus der Hochschule Darmstadt in Dieburg.

Anfang August weilte die Staatsministerin zusammen mit dem Landtagsabgeordneten  Manfred Pentz und der Bundestags-Abgeordneten Patricia Lips (beide CDU) zu einem Besuch in Dieburg.

Als Standort für Studiengänge im Bereich Media sei die Hochschule Darmstadt in Hessen heute dank Dieburg am breitesten aufgestellt, so die Ministerin. Bei Filmfestivals und Wettbewerben spielten Absolventen der h_da heute eine Rolle und auch in der Forschung habe sich Dieburg als Standort mit Zukunftschancen, der Studenten anziehe, etabliert.

Kühne-Hörmann sprach von einer „Riesen Chance“ für Hochschule und auch die Region. Auf den Hochschul-Standort in Dieburg könne die h_da, aber auch die Kommune Dieburg stolz sein. Dieser Stolz müsse weiter gefördert werden. „Da brauchen wir noch mehr Push“, so die Ministerin.

h_da-Präsident Professor Ralph Stengler schätzt heute den Flair einer echten Campus-Hochschule, den Dieburg besitze, wie er bei der Führung über den Campus sagte. Die Mehrzahl der aus den 1960er Jahren stammenden Gebäude aus Post- und Telekom-Zeiten bereitet der Hochschule allerdings Sorgen. Die Bausubstanz ist veraltet und energetisch nicht auf der Höhe der Zeit. „Die Gebäudeunterhaltung ist für die Hochschule überproportional teuer“, so der h_da-Präsident. Eine Grundsanierung würde 60 Millionen Euro kosten, sagte Stengler. Doch über diesen finanziellen Spielraum verfüge die h_da nicht. „Wir können keine Kredite aufnehmen und haben auch keine Autonomie wie die Technische Universität Darmstadt.“

Rund 4,3 Millionen Euro sind über das HEUREKA-Bauprogramm des Landes Hessen nach Dieburg geflossen. Davon wurden unter anderem neue, mit moderner Technik ausgestattete Hörsäle für die Wirtschafts- und Media-Studiengänge geschaffen. Hörsäle, die die Ministerin am Mittwoch auch besuchte. Rund 850 000 Euro investierte die Hochschule 2013 aus ihrem eigenen Haushalt in die Sanierung der Dieburger Infrastruktur, zumeist in den Brandschutz.

h_da-Präsident Stengler warb bei der Ministerin und den Abgeordneten darum, der Hochschule die früher einmal gewährten Sondermittel für Dieburg erneut zukommen zu lassen. Dieser als „Sondertatbestand“ deklarierte Finanzposten in den Landeszuschüssen lag in den Anfangsjahren des neuen Campus‘ bei rund 750 000 Euro jährlich. „In den vergangenen drei Jahren wurde dieser Betrag kontinuierlich abgeschmolzen und heute liegt er bei null“, so Stengler. Manfred Prenz, auch finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion im hessischen Landtag, sagte zu, sich deswegen mit dem Finanzministerium in Verbindung setzen zu wollen. „Wir brauchen da Unterstützung“, warb Stengler.

Auch die Zusammenarbeit mit Dieburg soll intensiviert werden, kamen Bürgermeister Werner Thomas und der h_da-Präsident überein. Rund um den Campus müsse mehr Raum für Firmenausgründung und Unternehmen zur Verfügung stehen und auch mehr Wohnheimplätze für Studenten. Das erhöhe die Attraktivität des Hochschul-Standorts und der Kommune.   

Doch abgesehen von dieser „Jammerecke“, wie der Präsident die Not mit den schönen, aber teuren Gebäuden bezeichnet, hält der Campus Dieburg absolute Highlights bereit. Das kleine, feine Kino etwa mit seinen roten Plüschsesseln, auf denen auch der Schauspieler Sebastian Koch beim  „Media Monday“ der Hochschule schon einmal Platz genommen hat. „Alles von den Studierenden und von uns selbstgebaut“, betonte Arnd Steinmetz, Professor im Fachbereich Media und ab September neuer h_da-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur. In dem kleinen Saal werden Filme und Abschlussarbeiten der Studenten gezeigt. „Wirklich einmalig an hessischen Hochschulen“, zeigte sich auch Ministerin Kühne-Hörmann begeistert.

Eines der größten Green Screen Filmstudios in Deutschland befindet sich auf dem Campus. „Sogar die BBC hat hier schon gedreht“, sagte Professor Steinmetz. Meist ist das Studio jedoch so durch eigene Studierende und Projekte ausgelastet, dass es keine freien Zeiten für Externe gibt. Ein zweites, kleineres Studio ist geplant.

Erfolgreiche Firmengründungen kann auch der „Inkubator“ vorweisen. So hat sich etwa h_da -Absolvent Benjamin Kirschner mit einer Geschäftsidee für Carsharing und Mitfahrgelegenheiten selbstständig gemacht und unterdessen bundesweit so viel Zuspruch, dass er 17 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch in der Forschung ist die Hochschule aktiv. Studierende und Lehrende der beiden Fachbereiche Media und Informatik entwickeln gemeinsam und mit finanzieller Unterstützung durch die LOEWE-Forschungsinitiative des Landes in drei Projekten intelligente und benutzerfreundliche digitale Suchmechanismen für Bibliotheken und auch Museen. Kooperationen gibt es dazu mit der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB) und dem Städel-Museum Frankfurt.