"Forstmobil 3.0": mobiles Büro für Förster

Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs entwickeln Architektur-Studierende der h_da Konzepte für ein temporäres Büro im Wald.

Arbeit im Wald ist für Förster Tagesgeschäft. Doch wenn es um die Begutachtung des Baumbestands geht oder die Beobachtung von Tieren, reicht hierfür ein Arbeitstag meist nicht aus. Bislang verlieren die Förster durch mehrfache An- und Abreise Zeit. Studierende aus dem Fachbereich Architektur der Hochschule Darmstadt (h_da) haben im Rahmen eines Ideenwettbewerbs mehrere Modelle einer mobilen Büros für Förster entworfen. Es lässt sich auf einem handelsüblichen LKW-Anhänger transportieren, ist selbstversorgend und ermöglicht Förstern hierdurch einen Aufenthalt im Wald von bis zu zwei Wochen am Stück. Durchgeführt wurde der „Forstmobil 3.0“- Wettbewerb in Kooperation mit Hessen Forst. Vier Entwürfe wurden ausgezeichnet. Vorgesehen ist nun der Bau eines Prototypen.

Bei der Entwicklung ihrer Modelle hatten die Studierenden mehrere Kriterien zu beachten. So soll das mobile Büro in etwa die Größe eines DIN-genormten Standard-Containers haben und aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz bestehen. Der Transport ist auf einem LKW-Anhänger vorgesehen. Im Container sollen die Förster bis zu zwei Wochen am Stück arbeiten und wohnen können. Neben einem Arbeitsplatz ist deswegen auch ein Wohn-, Schlaf- und Hygienebereich vorgesehen. Die mobile Försterbehausung soll sich zudem auch energetisch selbst versorgen können: Strom und Wärme also integriert erzeugen.

Der mit 750 Euro ausgezeichnete Gewinnerentwurf sieht eine mobile Lösung vor, die sich liegend transportieren und im Wald mit einem so genannten Holzrückefahrzeug aufrichten lässt. Sie ist etwas länger als ein üblicher Container, aber noch LKW-tauglich, und soll dadurch die Form eines Hochsitzes aufgreifen. Massives Brettschichtholz wurde als Material für die tragende Konstruktion und Brettsperrholz für die Außenverkleidung gewählt. Im Innern geht es über mehrere Stockwerke, vom Büro im Erdgeschoss bis zu den Wohnbereichen im Obergeschoss. Solarmodule für Strom und Wärme versorgen das Haus mit Energie, die Wände sind wärmeisoliert.

Ein recyceltes Stahlgerüst ist die Basis des mit 500 Euro ausgezeichneten zweitplatzierten Entwurfs. Verkleidet ist die ehemalige Grundkonstruktion eines alten Frachtcontainers mit massiven Blockbohlen, die einerseits energetische Vorteile haben, andererseits die mobile Bürovariante robuster machen. Gleich auf einem Anhänger stehend vorgesehen ist das mit dem dritten Preis und 250 Euro ausgezeichnete Büro. Es lässt sich hierdurch schneller transportieren und ist zum Beispiel bei der Schadensaufnahme nach einem Windbruch sofort einsatzfähig.

„Falter“ heißt der mit ebenfalls 250 Euro dotierte Sonderpreis für innovative Mechanik. Das Konzept sieht eine längliche Box vor, die sich vor Ort zu einem wabenförmigen Raum ausfaltet. Der „Falter“ besteht komplett aus Holz, sogar die Gelenke der zahlreichen beweglichen Elemente sind aus Holz vorgesehen.

Geplant ist nun der Bau eines Prototypen. Gehen die mobilen Büros einmal in Produktion, könnten alleine in Hessen, dem waldreichsten Bundesland Deutschlands, 41 Forstämter mit 441 Forstrevieren erwägen, ob sie von der flexiblen Lösung profitieren möchten.