EXIST-Forschungstransfer: h_da-Projekt als herausragendes Gründungsvorhaben gefördert

Das am Fachbereich Informatik der Hochschule Darmstadt (h_da) laufende Forschungsprojekt „Secure Call Authentication“ (SECCO) ist in das EXIST-Forschungstransfer-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie aufgenommen worden. Das Programm hat Exzellenz-Charakter und fördert herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben. Kofinanziert wird der EXIST-Forschungstransfer mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Für „SECCO“ erhält das h_da-Entwicklerteam eine Fördersumme in Höhe von 480.000 Euro. Ziel ist die Marktreife von SECCO, die Gründung eines Unternehmens und die Aufnahme der Geschäftstätigkeit. Der Telefondienst SECCO ermöglicht sichere und rechtsverbindliche Geschäfts- und Verwaltungsprozesse per Telefon. Zielgruppe sind zunächst Unternehmen im Segment Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie Unternehmen in der Finanzwirtschaft wie Banken und Versicherungen. Weiterhin sollen der Versandhandel sowie Behörden und öffentliche Verwaltungen adressiert werden.

Die Hochschule Darmstadt ist eine von bundesweit lediglich acht Fachhochschulen, deren Projekte seit dem Start des Programms 2008 über EXIST-Forschungstransfer gefördert wurden. Der Großteil der Förderzusagen geht traditionell an Universitäten. Im März 2014 startet Förderphase 1 mit einer Dauer von 18 Monaten. Das Darmstädter Forscherteam um Prof. Dr. Michael Massoth, Andreas Plies, Torsten Wiens und Robin Acker entwickelt in dieser Zeit den SECCO-Prototypen zu einem marktfähigen Produkt und bereitet die Unternehmensgründung vor. Direkt daran schließt Förderphase 2 an. Ziel ist dann die Marktreife, die Aufnahme der Geschäftstätigkeit und die Gewinnung von Investoren zur Fortführung der eigenständigen Unternehmenstätigkeit. Das Fördergeld dient in dieser Phase zur Finanzierung eines vierköpfigen Gründerteams, das zunächst an der Hochschule Darmstadt angesiedelt ist.

Auf der demnächst startenden CeBIT (10.-14. März) präsentiert sich SECCO gleich an zwei Ständen der fachlichen Öffentlichkeit und möglichen Investoren: Am Gemeinschaftsstand der hessischen Hochschulen in Halle 9 (Stand C 24) wird der Prototyp vorgeführt. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das h_da-Forschungsprojekt in seine Messepräsenz integriert (Stand E 24).

Gestartet sind die SECCO-Arbeiten an der h_da als gefördertes LOEWE-KMU-Verbundprojekt „Trusted Telephony – Universal Call Authentication“ unter der Leitung von Prof. Michael Massoth am Fachbereich Informatik. Im September 2013 wurde das Forscherteam mit einem Hauptpreis beim „IKT Innovativ“-Gründerwettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums ausgezeichnet. Der Preis geht an erfolgversprechende Gründungsideen aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik. Das Preisgeld von 30.000 Euro dient nun als ein wichtiger Teil des Startkapitals für die im Rahmen von EXIST-Forschungstransfer vorgesehene Unternehmensgründung.

Hintergrund: so funktioniert SECCO
Der mobile Telekommunikationsdienst „SECCO“ wird speziell für Smartphones entwickelt und ermöglicht verschlüsselte Sprachkommunikation mit einem sicheren, zuverlässigen und gegenseitigen Identitätsnachweis per Telefon. Hierdurch können künftig rechtsverbindliche Geschäfts- und Verwaltungsprozesse verbessert und über das Telefon abgewickelt werden. Ein Beispiel: im Ausland wird die Kreditkarte gesperrt. Mit SECCO wird es möglich sein, sich gegenüber dem zuständigen Kreditinstitut in Deutschland mit der elektronischen Identität des neuen Personalausweises telefonisch auszuweisen. Innerhalb weniger Minuten kann dann die Kreditkarte entsperrt werden.

Das benutzerfreundliche Verfahren nutzt die elektronische Identitätsfunktion (eID) des neuen Personalausweises, mit der sich die Gesprächsteilnehmer gegenseitig authentifizieren. Das Auslesen der eID erfolgt drahtlos und verschlüsselt über die NFC-Schnittstelle im Smartphone. Zudem wird auch der Sprachkanal verschlüsselt, um zusätzlich die Sicherheit in der Unternehmens- und Verwaltungskommunikation zu gewährleisten. Der Nutzer muss lediglich die SECCO-App starten und den neuen Personalausweis an sein Smartphone halten. Das Authentifikationsverfahren wurde vom Projektteam der Hochschule Darmstadt speziell für SECCO entwickelt und ist deutschland- wie europaweit patentiert.

Zielgruppe der Darmstädter Gründer sind zunächst IKT-Unternehmen sowie Unternehmen in der Finanzwirtschaft wie Banken und Versicherungen. Weiterhin sollen der Versandhandel sowie Behörden und öffentliche Verwaltungen adressiert werden. Der Dienst gewährleistet ihnen und ihren Kunden den sicheren Austausch vertraulicher Informationen.

Weitere Informationen zum Projekt „SECCO“ sowie ein Kurzfilm finden sich unter www.trusted-telephony.de