Fachhochschulen (Hochschulen für Angewandte Wissenschaften) können zukünftig eigenständiges Promotionsrecht erhalten

Der hessische Landtag hat ein neues hessisches Hochschulgesetz (HHG) verabschiedet. Es tritt zum 1.1.2016 in Kraft. Bundesweit erfährt das neue HHG derzeit viel Beachtung, da erstmals in einem Landeshochschulgesetz vorgesehen ist, dass Fachhochschulen, die in Zukunft Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) heißen werden, das eigenständige Promotionsrecht für forschungsstarke Fachrichtungen verliehen werden kann. Bisher waren Promotionen an Fachhochschulen stets nur in Kooperation mit einer Universität möglich. Die hessische Landesregierung honoriert damit die kontinuierliche Entwicklung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften von der reinen Lehrhochschule in den siebziger Jahren hin zu einer wissenschaftlichen Hochschule, in der neben der praxisnahen Lehre auch die anwendungsorientierte Forschung einen hohen Stellenwert besitzt. Die hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich unter Beweis gestellt, dass sie einen wichtigen Beitrag zu Forschung und Innovation leisten. Folgerichtig werden die ehemaligen Fachhochschulen im neuen HHG dann auch umbenannt in „Hochschulen für Angewandte Wissenschaften“.

„Die mutige Entscheidung der hessischen Landesregierung stellt für die hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften eine historische Entwicklung dar und eröffnet uns neue Perspektiven und Entfaltungsmöglichkeiten“, freut sich der Vorsitzende der Konferenz hessischer Fachhochschulpräsidien und Präsident der Hochschule Fulda, Prof. Dr. Karim Khakzar. „Wir sind auf diesen Schritt der Landesregierung gut vorbereitet und stellen die Qualität der Forschung sowie der daraus resultierenden Promotionen sicher. Uns ist durchaus bewusst, dass wir unter besonderer Beobachtung stehen.“

Das eigenständige Promotionsrecht ist für solche Fachrichtungen vorgesehen, die bereits jetzt ihre Forschungsstärke u.a. anhand von Publikationen und der Einwerbung von Forschungsgeldern unter Beweis stellen konnten. In mehreren Bundesländern werden derzeit neue Modelle zur Förderung der Forschung an Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften entwickelt, Hessen nimmt mit dem neuen HHG nun jedoch eine Vorreiterrolle ein.

Die Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien (KHF) ist ein Zusammenschluss der fünf staatlichen Fachhochschulen / Hochschulen für Angewandte Wissenschaften – hierzu gehören die Hochschule Darmstadt, die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule Fulda, die Technische Hochschule Mittelhessen und die Hochschule RheinMain – sowie der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Der KHF-Vorsitz rotiert alle zwei Jahre zwischen den Mitgliedshochschulen. Der Präsident der Hochschule Fulda, Herr Prof. Dr. Khakzar, hat den Vorsitz ab November 2013 bis Dezember 2015 inne.