JaJacques - Louis David: Der Tod des Sokrates, 1787

Jacques - Louis David: Der Tod des Sokrates, 1787 © Catharine Lorillard Wolfe Collection, Wolfe Fund, 1931, www.metmuseum.org

Ringvorlesung beleuchtet Chancen und Perspektiven angewandter Wissenschaft

Seit Beginn des Jahres heißen Hessens Fachhochschulen "Hochschulen für Angewandte Wissenschaften" (HAWs) und sollen zukünftig eigenständig Doktorarbeiten betreuen können. Welche Chancen eröffnet dieser neue Hochschultyp, dem künftig mehr Mittel und Möglichkeiten für die Forschung zur Verfügung stehen? Was unterscheidet HAWs von der klassischen Universität und was können sie zum allgemeinen Erkenntnisfortschritt und zur qualitativen Verbesserung des Lebens beitragen? In der Ringvorlesung "Praxis und Erkenntnis - Perspektiven angewandter Wissenschaft" referieren Expertinnen und Experten von zehn Fachbereichen der Hochschule Darmstadt (h_da) über diese Themen. Die öffentliche Veranstaltungsreihe beginnt am 6. April und endet am 6. Juli. Die Ringvorlesungen finden jeden Mittwoch von 18.30 Uhr bis 20 Uhr im Hörsaal C19/001 in der Schöfferstraße 3 in Darmstadt statt.

Angewandte Forschung dient den Menschen auf vielfältige Art und Weise und wirkt unmittelbar in die Gesellschaft hinein. Wie breit das Spektrum dieses Wissenschaftsbereichs ist, soll die Ringvorlesung anhand aktueller Themen zeigen. Was lernen wir aus der Finanzkrise? Wie werden wir in Zukunft arbeiten und wohnen? Können wir bald Medikamente in einer Miniatur-Chemiefabrik dezentral produzieren? Dies sind drei von insgesamt 14 Themen, denen sich Professorinnen und Professoren sowie andere Expertinnen und Experten der h_da in der Ringvorlesung widmen. Die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe gliedert sich in die Themenbereiche Bildung, Gesundheit, Lebensräume und Gesellschaft.

Prof. Dr. Kai Buchholz vom Fachbereich Gestaltung ordnet die einzelnen Vorträge mit einem Prolog am 6. April und einem Epilog am 6. Juli erkenntnistheoretisch ein. Zur Einführung spricht Buchholz über eine lange zurückliegende, doch immer noch aktuellen Debatte über die Wissenschaft: Für Aristoteles war der Erkenntniswert desto höher, je abstrakter und allgemeiner sie war. Für seinen Lehrer Platon hingegen waren Praxis und Erkenntnis untrennbar miteinander verbunden. Der Vortrag widmet sich der Frage, ob Platon als Leitbild für die angewandten Wissenschaften dienen kann. Eröffnet wird die Ringvorlesung am 6. April mit einem Grußwort von h_da-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur Prof. Dr. Arnd Steinmetz.

Weitere Informationen unter link.h-da.de/AwsX

 

Programm

Prolog

6. April 2016 - Kai Buchholz - Theorie oder Menschenbildung? Platon und Aristoteles streiten über Wissenschaft

Bildung

13. April 2016 - Bernhard Humm: Schlendern durch digitale Museen und Bibliotheken

20. April 2016 - Sabine Breitsameter: Zuhören, Imagination und Bildung - akustische Herausforderungen

27. April 2016 - Achim Schröder: Mündigkeit befördern - politische Jugendbildung aus der Perspektive von Teilnehmenden

Gesundheit

4. Mai 2016 - Frank Schael: Die Chemiefabrik im Koffer - gesundheitliche Vorteile neuester Mikroreaktortechnik

11. Mai 2016 - Thomas Schröder: Hochleistungskunststoffe in der Medizintechnik

18. Mai 2016 - Markus Haid: Personentracking im medizinischen Bereich

Lebensräume

25. Mai 2016 - Justus Theinert: Arbeitswelten der Zukunft

1. Juni 2016 - Astrid Schmeing: Nachkriegssiedlungen in der Stadt - mehr als Wohnen

8. Juni 2016 - Werner Friedl: Gebäudestandards - energieeffizient, klimaneutral oder nachhaltig?

Gesellschaft

15. Juni 2016 - Susanne Spindler: Wie blickt die Soziale Arbeit auf Migration, Marginalisierung und Männlichkeit?

22. Juni 2016 - Ulrich Klüh: Stabile Finanzsysteme schaffen

29. Juni 2016 - Dorothee Dienstbühl: Mit Wissenschaft gegen den Terror?

Epilog

6. Juli 2016 - Kai Buchholz: Praktische und erkenntnistheoretische Perspektiven angewandter Wissenschaften