Hochschule Darmstadt vergibt Lehrpreise

Im Rahmen ihres digitalen Tags der Lehre hat die Hochschule Darmstadt ihre Lehrpreise 2020 vergeben. Hiermit würdigt sie herausragende Lehr- und Lernkonzepte. Insgesamt wurden drei Lehrpreise und inspiriert von der digitalen Lehre im Corona-Jahr 2020 erstmals auch Sonderpreise für die „Digitalisierung in der Lehre“ vergeben. Die Lehrpreise sind mit 5.000 Euro und 2.000 Euro dotiert.

Von Simon Colin, Redakteur Hochschulkommunikation

Für ihr fachbereichsübergreifendes Lehrprojekt „Gender(un)gerechtigkeit“ erhalten Informatik-Professor Dr. Michael Massoth und Dorothee Mattheis aus der Sozialen Arbeit einen mit 5.000 Euro dotierten Lehrpreis. Gemeinsam mit ihren Studierenden haben sie sich ein Semester lang mit (Un-)Gerechtigkeiten rund um Gender beschäftigt. Ziel war von Beginn an, zum Thema einen Science Slam und ein Debattierduell zu veranstalten. Zusätzlich wurden Videoclips produziert. Hierzu arbeitete das h_da-Team mit dem Theatertrainer Thorsten Rekate zusammen. Die Jury lobt an dem „sehr innovativen Konzept“, dass es den Lehrenden gelungen sei, „Studierenden aus sehr unterschiedlichen Disziplinen und mit sehr unterschiedlichen Sprachen tiefgreifende und fachübergreifende Kompetenzen zu vermitteln.“

Den zweiten mit 5.000 Euro dotierten Lehrpreis erhält Dr. Matthias Herrgen aus dem Fachbereich Gesellschaftswissenschaften für seine Lehrveranstaltung „Ethische Grundlagen der Sozialwissenschaften“. Ziel der Einführungsveranstaltung ist, den Studierenden die klassischen Positionen und Argumentationsweisen der Ethik näher zu bringen. Sie sollen lernen, ethisch zu argumentieren und an entsprechenden Diskursen teilzunehmen. Die Jury hebt den vielfältigen und angemessenen Einsatz unterschiedlicher Methoden und Diskursformate hervor sowie den Bezug zu aktuellen Themen, „den ethischen Großbaustellen einer gerechten Gesellschaft.“

Einen mit 2.000 Euro dotierten Lehrpreis erhalten die Studenten Luca Biskin und Yannik Rothe für ihr studentisches Tutorium zur Veranstaltung „Internes Rechnungswesen“ im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Den beiden Studenten war wichtig, die Vorlesungsinhalte aus einem studentischen Blickwinkel zu vermitteln und eigene Erfahrungen einfließen zu lassen. Die Jury würdigt „den sehr reflektierten Umgang mit den Herausforderungen der Lehrveranstaltungsinhalte.“

Erstmals wurden zudem drei Sonderpreise für die „Digitalisierung in der Lehre“ vergeben, dotiert mit jeweils 2.000 Euro. Preisträger Prof. Dr. Richard Dehn ist es gelungen, seine große Präsenz-Vorlesung „Organische Chemie“ im Studiengang Biotechnologie mit zahlreichen digitalen Instrumenten auf online umzustellen. Dazu zählen digitale Sprechstunden und der Einbezug von eigenproduzierten Videos. Um seine Studierenden auf einen einheitlichen Wissensstand zu bringen, schaltete er der Veranstaltung einen digitalen Vorkurs vor. Die Jury lobt unter anderem den engen Bezug der Vorlesungs-Themen zur Lebenswelt der Studierenden.

Weitere Sonderpreis-Trägerin ist Prof. Dr. Sibylle Kunz für ihre Lehrveranstaltung „Coding & Scripting“ im Studiengang Onlinekommunikation. In mehreren dynamisch zusammengestellten Teams erstellten Studierende darin Webseiten für fiktive Unternehmen oder Produkte und lernten hierbei das Programmieren. Die Jury lobt die „sehr enge Begleitung und Unterstützung der Studierenden mit ihren unterschiedlichen Vorkenntnissen zum Thema“.

Auch Prof. Dr. Shyda Valizade-Funder wurde mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, für ihre Lehrveranstaltung „Digitales Marketing“ im Master-Studiengang BWL. Hierbei schlüpfte sie nicht nur in die Rolle der Dozentin und Expertin, sondern auch der Lernbegleiterin und der Moderatorin, etwa beim Einbezug externer Gäste. Die Jury hebt hervor, dass es „in besonderem Maße gelungen“ sei, „das aktive Selbststudium im digitalen Format auf vielfältige Weise zu fördern.“

Prof. Dr. Manfred Loch, Vizepräsident für Studium, Lehre und studentische Angelegenheiten: „Mit unseren Lehrpreisen zeichnen wir Konzepte und Projekte in der Lehre mit einer hohen Qualität und besonderen didaktischen Wissensvermittlung aus. Ich freue mich, dass wir zudem Lehrveranstaltungen würdigen konnten, die in Corona-Zeiten die digitale Lehre weiter voranbringen. Den Gewinnerinnen und Gewinnern gratuliere ich herzlich und bedanke mich zugleich bei allen Beteiligten.“

Hintergrund
Für die Lehrpreise und die Sonderpreise zur Digitalisierung in der Lehre konnten Studierende, Lehrende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herausragende Lehrveranstaltungen in Hörsaal, Seminar, Werkstatt oder Labor, Lehrkonzepte, Projekte in Studium und Lehre sowie studentische Tutorien nominieren. Eine zehnköpfige Jury bestehend aus Professorinnen und Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Studierenden ermittelte aus 235 Nominierungen die Preisträgerinnen und Preisträger.